Texte

Lust auf Reusch? Lesen Sie mal rein!

Eine Textauswahl – für den wahren Fan – und jeden, der es werden will…

Sein erstes Hörspiel wurde 1984 produziert (Friedensinterview, BR) Heute schreibt und spricht er für viele Programme.

1. … immer aktuell: SWR 3 – Reuschs Rückblick!

( und zum Nachhören )

20.05.22

Andauernd neue Worte. Und so viele!
„Ringtausch“, „Entlastungspaket“, „Affenpocken“. Wer will denn so was? Versteht auch keiner mehr.
Und jetzt gibt’s auch noch eine Design-Revolution! Bei der Bahn! Der ICE bekommt neue Sitze – nein, nicht sofort, das dauert, wir sprechen ja von der Deutschen Bahn, hihi – äh: Neue Sitze, alte Witze…
Das mögen wir; warum mögen wir alte Witze: Weil wir sie kennen. Weil es zuviel Neues gibt, was man nicht versteht.
Da gibt’s zum Beispiel dieses größere Auto mit einem Stern, (nein, das ist nicht die online Bewertung, egal) und das Ding, ich sage den Namen „Mercedes“ jetzt nicht, das hat jetzt neu einen Autopiloten. Da musst du nicht selbst fahren, da lässt du einen … Autopiloten ran. Und was macht der Autopilot im Stau, er steht im Stau, mit dir. Ist das nicht lieb? Und neu.
Und ich versteh’s nicht.
Das Auto kostet entsprechend 140.000 Euro, dafür krieg ich 9-Euro-Tickets ungefähr 15.000 , das reicht für 125 Jahre billig fahren, also konkret für die Jüngeren heißt das: Billig fahren bis zur Rente! Glückwunsch!
Das ist doch schön. Auch wenn man’s nicht versteht. Mitmachen. Und gewinnen kannste nur als Eintracht (einmal).
Aber ein’ Tracht Prügel beziehn, das kannste immer.
Sogar als Altkanzler. Da denkste, du hast dir schön die Russinnen rausg— die Rosinen rausgepickt, plötzlich biste selbst raus.
Auch Elon Musk, erfolgreich, beliebt äh, na ja: Also, wenn du Elon Musk bist, bist du von Elon Musk begeistert, ein Businessman biste, ein Möchtegern-Gangster, der Musk-Capone…
So ein Knaller wird verehrt, die Deutsche Bahn wird verspottet.
Und alles hängt zusammen.
Guck: Wir haben Freunde. Wir haben Ängste. wir haben engste Freunde, ähm.
Hä? Versteh ich nicht.
Das versteht ihr doch?

 

 

NEU:

2. Reusch  rettet  2 0 2 1 !   –  Rückblick auf ein krankes Jahr

… mit dem „Meister der anarchistischen Reime und Wortverdrehungen“. (Kölnische Rundschau)

Die Welt humpelt, Scholz schweigt, Abba („Inzidancing Queen“) und Schwerdenker nerven, der Barometer kann nicht mehr.
In den Pfützen saugen sich Schutzmasken voll. Über den Nasen fehlen sie.
Es fehlt an vielem auf der ungeretteten Welt…

Warum sind Viren so unfassbar klein?
Warum gibt nicht wenigstens zum Ausgleich die Klimakatastrophe auf?
Was wird aus der CDU? Was wird aus Schalke 04? Ist „Mission Impf“ possible?
So viele Fragen.
Aber auch einige Antworten:
Ja. Armin Laschet wird Kanzler! (bei Redaktionsschluss stand noch nicht fest in welchem Land)
Ja. Das Corona-Virus ist besiegt!(bei Redaktionsschluss stand noch nicht fest in welchem Land)

Ja. „Ortskräfte“ ist das Unwort des Jahres! (bei Redaktionsschluss stand noch nicht fest in welchem Land)
Ja. Reusch rettet die Welt! (Einen Redaktionsschluss kennt er nicht!)
Stefan Reusch hat für seine Mission ein fast zweistündiges virenfreies Schutzprogramm entwickelt. Es rettet Festplatten und Festgäste. Der SWR3 -Wochenrückblicker macht alles nachhaltig und meistens kaputt: Er entsorgt das digitale Zeitalter, versenkt das Home-Office, er macht es uns möglich, 2021 einfach wegzulachen!

Die Presse urteilt:
„Verbalgigant!“, „Wortakrobatik auf höchster Ebene!“
„Blitzschnell wechselt er die Themen, streut, wie beiläufig, diffizile Wortverdreher ein oder greift auch mal zum Gedicht; … er ist ein absoluter Künstler der sprachlichen Vielfalt.“
„Das ist große Kleinkunst!“

Termine

3. Ein Hesse packt aus…   Über Willkommenskultur, über Fremde und „Überfremdung“ Ich geb zu: Isch hab mir auch – so aus Angst heraus – hab isch mir einen Beschwerungsmelder … so’n Bewe-scher-rungs-melder gekauft, jetzt nit speziell wegen der schwarzen Flüchtlinge, nee, der zeigt ganz allgemein, wenn sich ein Schatte in der Nacht bewegt.
Sicher: Auch ein dunkler Schatten. Aber nit speziell nur!
Nee. Das Fremde bin ich gewohnt. In Hessen fühlt man sich von Anfang fremd. Jeder. Jeder, der hier geborn iss, sagt: das kann es doch nicht sein. Später sagt mans annerster: das kanns doch nicht gewesen sein! Isses aber…
Als wir es erstemal mit Flüchtlingen …Mir hams ja gewusst, schon rechtzeitig, dass die kommen. dochdoch. Geschockt warn mir trotzdem, wann hab ich die ersten..? 1989 kamen die über die Thüringen-Route, Jena, Erfurt, Deutschland. Bis hierher. Hätten mir auch nit gedacht, dass die bis zu uns kommen, mir dachten, die kommen bis nach Westberlin. Aber die sind – da war keine Ordnung, keine Struktur, die sind wie .. ja wie ne Lawine, sind die- und alle nach Frankfurt, zum Beate-Uhse!
Das war dieser Freiheitsdrang. Sex und Autos, alles von hundert Mark Begrüßungsgeld, Das konnt ja nit gutgehen. Hätte man denen nur Sachleistungen geben sollen…?
In Dresden haben sie sich ja jetzt beschwert, mir „hömm ärst zwei Dooche vorhär erfohren“ – isch kann so nit schwätze, dass is doch kein Leben. Zwei Tage vorher erst hätten sie erfahren, dass sie Flüchtlinge kriegen, Huu – Die ham jahrzehntelang überhaupt nix erfahren! „Tal der Ahnungslosen“…. die solle sich ma nit so anstellen. Die Sachsen warn zu lang hinnerm Zaun. Lagerkoller. Irgendwann liebst du dein Gefängnis. Jetzt wollen se wiedern Zaun, weil sie sich sonst nit frei fühlen. Klatsche. Das ist Psychologie. Unn die bestrafen die neuen Flüchtlinge da defür, dass sie sich selbst nit leiden können, noch von früher her, als sie Flüchtlinge waren.
Alles kommt hoch. Wenn auch wieder anders. Es kommt hoch.
Wenn du dich bewegst. Bewegung erzeugt Gegenbewegung. Leute kommen, Leute gehen, nur der Hesse, der bleibt stehen.
Der Hesse bewegt sich nicht. Schon immer nie. Völkerwanderung, komm, geh fott! Färz…
Ich muss sagen: gut, also jetzt mal was die Flüchtlingsvergleiche, gä,  da sag ich mal: damals, zu DDR-Zeiten, waren weniger Schwarze dabei. Aber dadefür möglischerweise mehr Braune.
Klar: Wir Wessis sind insgesamt nicht besser als die da drübbe, aber die sind anders. Wir nicht.
Ob die neuen Fremden hier bleiben? Bei uns. In Hessen? Isch glaub nit, dass die bleiben. Die könn ja vergleichen, die sind ja nicht von hier.
Wie wir aber. Wie isch. Also wern sie hier auch wieder weg. Un isch – bleib. (dieser Text auch in memoriam Dieter Thomas. R.I.P.)

4. … der Richter Aus einer Prozessakte?

Der Richter kam in Flip-Flops.

Ein Schöffe trug die Förmchen, ein anderer das Eimerchen.

Man hätte einen Eisenträger fallen hören können. Alle warteten. Keiner fiel. Die Flut kam. Der Prozess konnte beginnen. Der Beichtstuhl hatte sich bereits vor Stunden entleert, wurde noch mal leise durchgepustet, mit dezent eingesetztem Sandstrahl.

Der Richter ergriff das Wort. „Bereit zu neuen Sünden?“, zwinkerte er freundlich, der Saal raunte „Ja“. Allein der Herr Kaplan ging wortschüttelnd ins Wasser, hob die Flosse und tauchte ab.

Der Richter zog die Flip-Flops aus, pellte sich Haut aus den Zehen, bohrte in der Nase, einige Zeugen klatschten Beifall, aus Respekt vor dem Hohen Gericht wohl, ein Schöffe wurde ausgewechselt, der Angeklagte wurde hereingetragen, verschied plötzlich. Die Verhandlung war geschlossen.

„Der Nächste, bitte!“, rief der Richter.

NOCH MEHR BEWEISE IM BUCH „Zusammenstöße“

5. … Der Programmtip: Reusch rettet die Welt Das Grauen, die Grünen und der Gemüsefisch

(Ausschnitt aus dem Kabarettprogramm) …wird fortgesetzt… Die überflüssigen Pfunde sind weg, d.h. meine Freundin. Ich esse alleine, ich esse gerne. Alles. Auch schon mal sabbernd. Fleischsaft halber. Es gab mal ne Forderung der Grünen: „Mehr Platz für Schweine.“ Also: größere Teller – oder was?! Vegetarisch ist doch trostlos! Das ist doch der permanente Karfreitag. Diese evangelische Freudlosigkeit gibt’s auch in der Tierwelt. September 2013 wurde ein Tier entdeckt, am Amazonas. Schön. Ein Piranha,Und? da lese ich: „Der neue Piranha ist ein Vegetarier!“ Was soll das? – Es gibt auch für Tiere gewisse Spielregeln, finde ich, für alle, für Kühe und Mäuse und Gebüsche. Was kommt denn als nächstes? Löwen knabbern Löwenzahn … „Ne Caipirinha für den Piranha!“ Killerfische, die Algen zutzeln…das ist doch unwürdig, wäh. – – ja, ist das die Zukunft? Wozu dann noch Zukunft? Vitamine verkaufen sich derweil wie geschnitten Brot. Nimmst’n Technik-Schrott, aah, dann kommen die Leut in Orgasmusnähe wenn du ’n angebissenen Apfel drauf malst. Was soll denn da so jemand wie der Mollath von uns denken? Der iss aussem Irrenhaus raus und denkt: nee ich bin gar nicht draußen. Dieses Geknausere – da kommt doch nix raus. Ein Beispiel: Die deutschen Weight-Watchers haben insgesamt in den letzten Jahren fast 3 Millionen Kilogramm abgenommen – das sind 1.000 Elefanten . Einfach weg. 1000 Elefanten weg! Weil die nix mehr essen!! Ich sach nix, ich sachs nur… Zahlen! Ach, nee bringen sie mir noch son Piranha, ja von den neuen…