Textproben

Lust auf Reusch? Lesen Sie mal rein!

Eine Textauswahl – für den wahren Fan – und jeden, der es werden will…

Sein erstes Hörspiel wurde 1984 produziert (Friedensinterview, BR) Heute schreibt und spricht er für viele Programme.

 

1. … immer aktuell: SWR 3 – Reuschs Rückblick!

(auch als podcast)

17.11.2017

Alles endet nie. Immer noch 2017. Immer noch November. Immer noch Sondierung.
Die Sondierer, ganz übernächtigt, oder sagt man: umnachtet? Nein. Es sind viele Menschen, n ganzer Haufen, und wenn der ganze Haufen scheitert, na und, dann bleibt ja noch der Scheiterhaufen. Nein. Quatsch, macht man heute ja nicht mehr!
Außerdem liegt da schon die italienische Nationalmannschaft.
Beim Sondieren – da geht was. Vorbild: der Bonner Klimagipfel. Schon einen Tag vor Ende, gab es den Entwurf für ein Regelwerk zur Umsetzung mit dem Ziel etwas zu beschließen, später.
Das klingt überstürzt, ja – aber es ist ein Anfang. Auch bei den Sondierern gibt es Anfänger. Anfänge. Dobrindt, CSU, kompromisslos? Nein nein, der sagte: „Wir machen fast jeden Tag gute Realpolitik.“ Ja, Fast Montag, fast Dienstag, fast…
Man fasst es nicht. Alles endet nie. Lauter Wiederholungen.
Hier auch beim Leonardo da Vinci. Gut, sein Bild „Starkbier im Mund“. Oder was heißt „Salvator Mundi“? Ach so, „Retter der Welt“, ja, der eine sagt so, der andere so.
Dieses Leonardo-Bild brachte 450 Millionen Euro. Das sind zweihundert Millionen Starkbier, ist okay, nur: Man sagt, dieses Bild sei – naja- ne männliche Mona Lisa, die nicht mal lächelt. Die Lisa ist ja auch von Leonardo, viel mehr hat der auch nicht gemalt. Und dann wiederholt er sich noch!? Na bravo! Phantasie Fehlanzeige! Vielleicht auch begrenztes Talent, aber Hauptsache, sein Job macht ihm Spaß.
Warum auch nicht. Er ist zwar Italiener, aber kein italienischer Fußballer. Hehe.
Wenn er gerne malt, soll er doch nach Berlin kommen, ohne Familie, Familiennachzug mögen wir nicht, da kann doch der Leo mal malen diese Sondierer.
Oder Frau Merkel. Titel: Mona … Mona Rchin.
Na also, geht doch.

 

2. Reusch rettet 2017  – DER  JAHRESRÜCKBLICK

… mit dem „Meister der anarchistischen Reime und Wortverdrehungen“. (Kölnische Rundschau)

2017- was für ’ne Welt! Keine Fußballweltmeisterschaft – aber Jamaika-Sondierungsgespräche!
Und dann noch intelligente Maschinen, Diesel und Videobeweis!
Was, bitte, kann man dagegen machen? Trinken bis zum Anschlag? Bis zum – was?? Bloß nicht.
Noch mehr Fragen? Aber bitte!
Warum verschwand Trump nicht, aber die Honigbiene?  
Wird Nordkorea noch vernünftig oder so wie die Honigbiene…? Wurde Katalonien bereits deutsche Kolonie (wie Mallorca)?
Das weiß kaum einer. Genauer: einer!  Stefan Reusch.
Er hat die wesentlichen Ereignisse 2017 fest gehalten. Damit wir alle wieder Ruhe haben, bis endlich wieder Fußballweltmeisterschaft ist. Und dann kommt auch die Honigbiene wieder.
Der Zuschauer kann „in jedem einzelnen Satz … den gepflegten Wahnsinn entdecken, in dem wir leben… und man merkt erst später, dass man eigentlich über sich selbst gelacht hat“. („Rheinpfalz“) 

2017 wird gerettet! Wir schaffen das!      „Haarsträubend großartig.“ (Badische Neueste Nachrichten)

Termine

 

3. Ein Hesse packt aus…   Über Willkommenskultur, über Fremde und „Überfremdung“
Ich geb zu: Isch hab mir auch – so aus Angst heraus – hab isch mir einen Beschwerungsmelder … so’n Bewe-scher-rungs-melder gekauft, jetzt nit speziell wegen der schwarzen Flüchtlinge, nee, der zeigt ganz allgemein, wenn sich ein Schatte in der Nacht bewegt.
Sicher: Auch ein dunkler Schatten. Aber nit speziell nur! Nee. Das Fremde bin ich gewohnt.
In Hessen fühlt man sich von Anfang fremd. Jeder.
Jeder, der hier geborn iss, sagt: das kann es doch nicht sein. Später sagt mans annerster: das kanns doch nicht gewesen sein! Isses aber…
Als wir es erstemal mit Flüchtlingen …Mir hams ja gewusst, schon rechtzeitig, dass die kommen. dochdoch. Geschockt warn mir trotzdem, wann hab ich die ersten..?
1989 kamen die über die ThüringenRoute, Jena, Erfurt Deutschland. Bis hierher. Hätten mir auch nit gedacht, dass die bis zu uns kommen, mir dachten, die kommen bis nach Westberlin. Aber die sind – da war keine Ordnung, keine Struktur, die sind wie .. ja wie ne Lawine, sind die- und alle nach Frankfurt, zum Beate-Uhse! Das war dieser Freiheitsdrang. Sex und Autos, alles von hundert Mark Begrüßungsgeld, Das konnt ja nit gutgehen. Hätte man denen nur Sachleistungen geben sollen…?
In Dresden haben sie sich ja jetzt beschwert, mir „hömm ärst zwei Dooche vorhär erfohren“ – isch kann so nit schwätze, dass is doch kein Leben. Zwei Tage vorher erst hätten sie erfahren, dass sie Flüchtlinge kriegen, Huu – Die ham jahrzehntelang überhaupt nix erfahren! „Tal der Ahnungslosen“…. die solle sich ma nit so anstellen.
Die Sachsen warn zu lang hinnerm Zaun. Lagerkoller. Irgendwann liebst du dein Gefängnis. Jetzt wollen se wiedern Zaun, weil sie sich sonst nit frei fühlen. Klatsche. Das ist Psychologie. Unn die bestrafen die neuen Flüchtlinge da defür, dass sie sich selbst nit leiden können, noch von früher her, als sie Flüchtlinge waren.
Alles kommt hoch. Wenn auch wieder anders. Es kommt hoch. – Wenn du dich bewegst. Bewegung erzeugt Gegenbewegung. Leute kommen, Leute gehen, nur der Hesse, der bleibt stehen. –
Der Hesse bewegt sich nicht. Schon immer nie. Völkerwanderung, komm, geh fott! Färz… Ich muss sagen: gut, also jetzt mal was die Flüchtlingsvergleiche, gä,  da sag ich mal: damals, zu DDR-Zeiten, waren weniger Schwarze dabei. Aber dadefür möglischerweise mehr Braune.
Klar: Wir Wessis sind insgesamt nicht besser als die da drübbe, aber die sind anders. Wir nicht.
Ob die neuen Fremden hier bleiben? Bei uns. In Hessen? Isch glaub nit, dass die bleiben. Die könn ja vergleichen, die sind ja nicht von hier. Wie wir aber. Wie isch. Also wern sie hier auch wieder weg.
Un isch – bleib.
(dieser Text auch in memoriam Dieter Thomas. R.I.P.)

4. … der Richter Aus einer Prozessakte?

Der Richter kam in Flip-Flops.

Ein Schöffe trug die Förmchen, ein anderer das Eimerchen.

Man hätte einen Eisenträger fallen hören können. Alle warteten. Keiner fiel. Die Flut kam. Der Prozess konnte beginnen. Der Beichtstuhl hatte sich bereits vor Stunden entleert, wurde noch mal leise durchgepustet, mit dezent eingesetztem Sandstrahl.

Der Richter ergriff das Wort. „Bereit zu neuen Sünden?“, zwinkerte er freundlich, der Saal raunte „Ja“. Allein der Herr Kaplan ging wortschüttelnd ins Wasser, hob die Flosse und tauchte ab.

Der Richter zog die Flip-Flops aus, pellte sich Haut aus den Zehen, bohrte in der Nase, einige Zeugen klatschten Beifall, aus Respekt vor dem Hohen Gericht wohl, ein Schöffe wurde ausgewechselt, der Angeklagte wurde hereingetragen, verschied plötzlich. Die Verhandlung war geschlossen.

„Der Nächste, bitte!“, rief der Richter.

NOCH MEHR BEWEISE IM BUCH „Zusammenstöße“

5. … Der Programmtip: Reusch rettet die Welt Das Grauen, die Grünen und der Gemüsefisch

(Ausschnitt aus dem Kabarettprogramm) …wird fortgesetzt… Die überflüssigen Pfunde sind weg, d.h. meine Freundin. Ich esse alleine, ich esse gerne. Alles. Auch schon mal sabbernd. Fleischsaft halber. Es gab mal ne Forderung der Grünen: „Mehr Platz für Schweine.“ Also: größere Teller – oder was?! Vegetarisch ist doch trostlos! Das ist doch der permanente Karfreitag. Diese evangelische Freudlosigkeit gibt’s auch in der Tierwelt. September 2013 wurde ein Tier entdeckt, am Amazonas. Schön. Ein Piranha,Und? da lese ich: „Der neue Piranha ist ein Vegetarier!“ Was soll das? – Es gibt auch für Tiere gewisse Spielregeln, finde ich, für alle, für Kühe und Mäuse und Gebüsche. Was kommt denn als nächstes? Löwen knabbern Löwenzahn … „Ne Caipirinha für den Piranha!“ Killerfische, die Algen zutzeln…das ist doch unwürdig, wäh. – – ja, ist das die Zukunft? Wozu dann noch Zukunft? Vitamine verkaufen sich derweil wie geschnitten Brot. Nimmst’n Technik-Schrott, aah, dann kommen die Leut in Orgasmusnähe wenn du ’n angebissenen Apfel drauf malst. Was soll denn da so jemand wie der Mollath von uns denken? Der iss aussem Irrenhaus raus und denkt: nee ich bin gar nicht draußen. Dieses Geknausere – da kommt doch nix raus. Ein Beispiel: Die deutschen Weight-Watchers haben insgesamt in den letzten Jahren fast 3 Millionen Kilogramm abgenommen – das sind 1.000 Elefanten . Einfach weg. 1000 Elefanten weg! Weil die nix mehr essen!! Ich sach nix, ich sachs nur… Zahlen! Ach, nee bringen sie mir noch son Piranha, ja von den neuen…